Ich weiß gar nicht wo ich heute anfangen soll. Zuerst einmal: Wir haben tatsächlich die geforderten 30 Kilometer heute absolviert. Nachteil an der Sache: Ich hab mir meinen Schritt komplett blutig gelaufen.


Falls die Frage auftreten sollte: „JA, ES TUT AUCH GENAUSO WEH“. Zum Glück konnten wir einen Budnikowski finden, bei dem ich mir mit Servierten, Sacrotan und Babypuder gleich im Eingang ein Feldlazarett aufbaute.

Um die Geschichte ganz zu erzählen, ich wusste schon nach einigen Kilometern, dass dort was drückte. Erst viel später griff ich mir beherzt in die Hose um einmal nachzusehen und kam mit einer blutigen Hand wieder hervor. Zum großen Vergnügen von Xavier, der mich daraufhin fragte, ob ich denn meine Regel hätte. Etwas geschickt folgte dann die oben aufgeführte Not-OP im Eingang von Budnikowski.
Der Fehler, der wohl zu dieser Sauerei geführt hat, war wohl das Mehl das ich mir zur Linderung der Wunden Stellen in die Hose getan habe. Jetzt war es nur noch eine klumpige Masse aus Blut, Schweiß und Mehl. Jetzt hab ich dafür Babypuder und euch rate ich niemals als Ersatz nur an Mehl dafür zu denken.

Aber auch Xavier plagten Schmerzen. Seine linke Achillessehne began mehr und mehr zu schmerzen. Das Gepäck brachte den Rücken und Gelenke eh ans Maximum. Mittlerweile befanden wir uns an den Anfängen der Lüneburger Heide.
Jeder Meter wurde nun zur Qual. Die Blasen des Vortags meldeten sich wieder und begangen spürbar größer zu werden. Es schien als ginge man auf einer Schicht Polsterfolie.

Über einen alten Postweg, der den Flair längst vergangener Zeiten wieder aufkommen ließ, gingen wir schleppend dem Etappenziel entgegen. Auf dem Navi suchten wir bereits nach Stunden nach der geeigneten Wasserstelle. Und wir sollten sie auch finden. Sogleich hielten wir den Wasserfilter in den Bach und pumpten 3 Liter gefiltertes Frischwasser an.

Da wir uns in einem Naturschutzgebiet befinden, indem Campen nicht erlaubt ist, müssten wir uns in den Wald an den Rand eines Ufers hier schleichen und vorsichtig unser Zelt aufschlagen. Sogleich führte mir Xavier seinen Fuß vor, der eigentlich meinem eigenen gleicht.


Etwas wie der Fuß einer alten Frau;) Naja, Xavier wollte nicht mal mehr etwas essen und verkroch sich sogleich in seinem Schlafsack. Erste Beschwerde: „E meine scheiß Isomatte ist kaputt. Die verliert Luft, ahhhh son Mist.“ Trotzdem schläft er nah 30 Kilometern Marsch grad friedlich neben mir im Zelt. Eine herannahende Gewitterfront kündigt Regen an. Mal sehen, ob ich morgen berichten kann, dass das Zelt gehalten hat.

Liebe Grüße von unterwegs,
Euer Chris

Position:Zur Sudermühle,Egestorf,Deutschland

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Macht alle im Bereich Film & Foto möglich...

2 Comments. Leave your Comment right now:

  1. by Sophie

    warum eigentlich füße wie eine alte frau? sehen die eines alten mannes nicht genauso schrumpelig aus?

  2. by Mike

    Mehl? MEHL? WIRKLICH? Oh Mann! 😀

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