Die brennende Sonne lockte uns heute schon etwas früher aus dem Zelt. Nach einer Nacht, in der man tief in seinen Schlafsack kroch, streckte ich nun den heißen Sack weit von mir. Wir merkten schnell, dass uns dieser Tag noch einmal alles abverlangen würde. 24 Grad Schatten und 30 Grad im der prallen Sonne ließen mir keine andere Wahl, als mir mein kleines Handtuch um den Kopf zu wickeln und ein Cap drüber anzuziehen.

Da uns auf dem Weg ständig Radfahrer entgegen kam (wir haben, außer in Orten, keine Füßgänger und Wanderer getroffen!!), testen wir noch einmal das Spiel mit dem „Moin“-sagen. Dabei viel uns nach einiger Zeit auf, dass nicht mehr zurück-gemoint wurde, sondern ein einfaches „Hallo“ oder „guten Tag“ zurück kam. Wir hatten offiziell die Moin-Grenze überschritten. Egal wen wir grüßten, es kam einfach nicht mehr das erhoffte gegen-Moin. Eine Frau war sogar so erstaunt, dass sie uns um 14 Uhr mit „Morgen“ erwiderte. Sie schien das Moin wohl nicht zu kennen und wusste sich nicht anders zu helfen.


Dann war es endlich soweit. Ihn Fuhrberg erreichten wir auf den Schildern die „Region Hannover“. Die Regionen Kreis Harburg, Heidekreis und Kreis Celle hatten wir ja bereits hinter uns gelassen. In Fuhrberg suchten wir dann wieder einmal nach Wasser. Leider waren die angezeigten Flüße in dem Dorf bereits alle ausgetrocknet und führten kein Wasser. Bei einer netten Familie konnten wir dann jedoch noch im Garten unsere Flaschen auffüllen und weiterziehen. Wir waren sogar schon soweit, dass wir überlegt hatten bei einem Café (das natürlich geschlossen war) das Wasser aus den Blumenvasen zu pumpen und zu reinigen. So war es dann wohl doch besser.


Noch einmal überquerten wir die A7 und durchstreiften kleine Felderwege, die sich schnurr gerade durch die Landschaft zogen.

Soeben haben wir unser Lager in Langenhagen (Vorort von Hanover) bezogen. Nach 160km werden wir morgen in die Stadt fahren und vom Hauptbahnhof bis Marburg mit dem ICE. Dann verbringen wir noch ein paar Tage im Sauerland, bis es zum krönenden Abschluss am 28.07 in den Schwarzwald geht. Auf der Tour haben wir es geschafft jeden Tag über eine Woche mindestens 20km pro Tag zurück zulegen. Der völlig untrainierte Körper hat sich dabei Schritt für Schritt an die Belastungen angepasst. Vom blutigen Schritt, gleich am Anfang der Tour, ist nur noch wenig zu sehen und die Haut in dem Bereich umso kräftiger. Füße und Zehen haben sich an die Belastungen über die Tage hin weg gewöhnt und nur noch ab und zu geschmerzt. Durch das andauernde Gewicht auf die Knie fingen diese zum Schluß an zu Schmerzen.

Wir haben uns nicht aus gesundheitlichen Gründen entschieden hier in Hannover in den Zug zu steigen, sondern grade weil wir noch ein paar erholsame Tage in unserem Urlaub erleben. Ich denke es ist bewiesen, dass sich der Körper auf selbst die extremsten Herausforderungen einstellen kann. Nach schmerzhaften Tagen, hat man dafür nach 1 Woche ein funktionierendes Instrument, das selbst täglich 20km über Nacht wegstecken kann, ohne das man von nennenswerten Muskelkater oder sonstigen Problemen sprechen kann.

Ich kann jedem nur empfehlen seinen Körper einmal so kennenzulernen, denn es steigert die bewusste Hochachtung nach diesem komplexen Gebilde umso mehr.

Liebe Grüße von unterwegs,
Euer Chris

Position:Stucken-Mühlen-Weg,Langenhagen,Deutschland

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Macht alle im Bereich Film & Foto möglich...

1 Comment. Leave your Comment right now:

  1. by D.C.

    Herzlichen Glückwusch! Am 4.8. gibt es in der Sanderskoppel ein kühles Bier! Dann wird auf eure Leistung angestossen!!

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