Ich muss mich echt wundern, dass wir den gesamten Trip über kaum Hunger verspüren. So auch heute morgen. Um Gewicht zu verlieren habe ich mich dann doch für mein Astronauten-Müsli entschieden. Schon interessant zu sehen, wie das eingeschüttete Wasser zu Milch wird.

Die ersten Schritte aus dem Zelt sind dann komisch. Ich erwarte von Schmerzen begrüßt zu werden, es kommt aber nichts. Gestern Abend noch konnte ich mir ein Weitergehen nicht vorstellen, viel zu groß waren die Fußschmerzen und leichte Probleme im Knie. Aber heute ist da nichts, auch die nächsten Kilometer nicht. Der Rücken macht mit und die Blasenpflaster lassen mich über den Asphalt sausen. Irgendwie ungewohnt, als wäre es so nicht richtig. Der Körper scheint sich wohl etwas umgestellt zu haben.


Munster Süd vor uns durchqueren wir wieder ein Militärübungsgelände. Nicht das wir einfach dort durchlaufen, aber eine zivile Straße führt uns direkt durch die Schießgebiete links und rechts von uns. Autos Hupen und winken uns zu, man ist hier wohl Maschierende in Militärlook gewohnt. Ein Schild verrät uns dann, dass wir vom Heidelandkreis und den Kreis Celle gelangt sind. Wieder ein Stück geschafft.

Bergen liegt vor uns. Uns kommen viele gelbe Nummernschilder entgegen. Jedes dritte Auto scheint hier Britisch zu sein. Wir durchlaufen Bergens Vororte und hören spielende Kinder die Englisch reden. Etwas abgedreht das ganze. Würde man hier jemanden rauslassen, nur die Straßenschilder würden ihm verraten in welchem Land er gerade ist.


Aus Bergen raus beginnen die Füße dann wieder zu schmerzen.
Noch einmal auf die Zähne beißen heißt es. Links und rechts von uns überall Windräder. Genauso gleichmäßig wie die Dinger versuche ich meine Schrittfolge zu halten. Es geht nicht! Etwas unsynchron und eckig laufen wir dann noch die letzten Kilometer weiter. Jetzt heißt es wieder einmal nur noch durchhalten.


Als wir an eine Lichtung kommen haben wir unseren Schlaflatz gefunden. Denken wir zumindest, denn beim Zeltaufbau kommt ein Auto den Feldweg entlang gefahren. Wir rechnen damit vertrieben zu werden. Doch sagt uns der Freundliche Herr nur, dass es besser sei 300m entfernt zu campen, da an dieser Stelle nachts öfters Wildschweine aus dem Maisfeld stürmen. Wir bedanken uns und stapfen weiter durch das hohe Gras. Das Zelt ist dann schnell aufgebaut. Die einzige Enttäuschung ist, dass der kleine Kanal auf dem Feld nur matschiges Ekelwasser führt, gegen das selbst unsere Filterpumpe verstopft kapituliert. Mit letzten Reserven kochen wir gerade unser Abendessen. „Jägertopf“ passend zur Umgebung.

Liebe Grüße von unterwegs,
Euer Chris

Position:Burgweg,,Deutschland

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    1 Comment. Leave your Comment right now:

    1. by Martin

      Ihr scheint Euch ja einzuleben. Freut mich.
      Ich freu mich nämlich auf die Highland-Tour! 😉

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